Sonntag, 5. Februar 2012

Um den Ebnisee wandern

Badeparadies und Schlittschuhparadies Ebnisee

Der Ebnisee gehört zu den schönsten und größten Seen im Naturpark Schwäbisch-fränkischer Wald. Im Sommer ist Wassersport in vielen Arten möglich, man kann baden, bootfahren und Angeln. Zum Einkehren stehen einigeg Gaststätten bereit.

Im Winter ist hier ein Schlittschuhparadies.


Dazu bieten sich verschiedene Wandermöglichkeiten in den weiten Waldgebieten des Schwäbischen Waldes an.

Wir wandern erst zur romantischen Gallengrotte. Danach über den Weiler Weidenhof nach Schlosshof. Von hier aus geht es zum Dörfchen mit dem schönen Namen Hinterwestermurr. Durch den Wald kommen wir zur Ansiedlung Rotenmad - ein paar einsame Häuser mitten im Wald. Bald sind wir dann wieder zurück am Ebnisee.

Der Ebnisee ist eines der beliebtesten Ziele im Schwäbisch-Fränkischen Wald. Man kann baden, Boot fahren oder grillen, es gibt eine Liegewiese, einen rollstuhlgerechten Zugang und in der Waldschenke einen Wickelraum und eine behindertengerechte Toilette.
 
Das dreizehn Hektar große, heute so natürlich wirkende Gewässer wurde einst künstlich angelegt, um das Flößen der Stämme aus dem waldreichen Gebiet zu erleichtern. Das Holzflößen auf der Rems begann 1715 und um das Holz aus dem Schwäbisch-Fränkischen Wald heraus zu bringen, benützte man die Wieslauf und den Steinbach. Erst hat man eine Stauanlage bei der Laufenmühle angelegt, die aber 1741 durch ein „groß Gewässer“ weggerissen wurde. Daraufhin wurde bis 1745 bei der Sägmühle Gausbachsweiler eine neue Schließe erstellt, in der sogar Holz aus der Gaildorfer Gegend geflößt wurde. Die Gausbachsweiler protestierten zwar, weil sie ihre althergebrachten Rechte beeinträchtigt sahen, konnten sich jedoch nicht durchsetzen.
 
Der Ebnisee war der größte von mehreren Schwellseen, denn er musste die Wasserversorgung eines 22 Kilometer langen Stücks der Wieslauf bis zur Rems sichern und hatte auch den größten Einzugsbereich. Er bedeckt eine Fläche von rund 6,7 Hektar und ist bis zu fünf Meter tief. Im Winter 1745/46 wurde er erstmals aufgestaut. Er half durch seine Wassermassen, die Wieslauf besser floßbar machen, um das Holz des Welzheimer Waldes zu den Abnehmern nach Stuttgart bringen zu können. Man staute das Wasser aus der Schneeschmelze und vom Frühjahr, sammelte möglichst viel Holz und öffnete den Abfluss. Im 18. Jahrhundert konnte man mit seinem Wasser fünf bis sechs Tage den Floßbetrieb sichern und innerhalb einer Woche hat man so Tausende von Raummetern Holz auf den Weg zur Rems geschickt, auf ihr wurden sie dann zum königlichen Holzwasen nach Waiblingen verschifft. Als 1865 die Remstalbahn erbaut wurde, gab man die Flößerei auf und der Grund des Sees diente nun als Wiese zur Heugewinnung. 1884 staute man ihn wieder auf. 665 Hektar sind um den Ebnisee als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.
Auf der Flurkarte von 1830 sieht man, dass damals der Vorläufer des heutigen Ebnisees höher geschwellt war als der jetzige. Interessanterweise führten damals einige Wege zum See hin und auf der anderen Seite weiter. In der Oberamtsbeschreibung ist darüber zu lesen, dass der See im Sommer als Wiese genutzt und erst im Herbst wieder gefüllt wurde. Hierüber gibt es eine amüsante Geschichte: Der Grasertrag war verpachtet. Die Pächter bemerkten nun, dass das Gras immer wieder gestohlen wurde; also legten sie sich auf die Lauer und erwischten tatsächlich mitten in der Nacht zwei Frauen, die Gras mähten und einen Mann, der Wache hielt. Einer der Pächter konnte die beiden Frauen erwischen, sie aber wegen der Dunkelheit nicht erkennen. So „züchtigte“ er die eine und schnitt der anderen, um sie kenntlich zu machen, einen Zopf ab. Beide führten aber Klage gegen ihn und wegen diesem Akt der Selbstjustiz wurde er wegen dem abgeschnittenen Zopf zu zwei Gulden, wegen der Züchtigung zu einem Gulden Strafe verurteilt.
Flößerei
Im 18. Jahrhundert herrschte in der Stuttgarter und Ludwigsburger Gegend großer Brennholzmangel, bedingt auch durch den übermäßigen Holzbedarf der herzoglichen Hofhaltungen. Die stadtnahen Wälder waren schon ziemlich ausgeholzt. Unter anderem aus diesem Grund wurde die Wieslauf 1745/46 durch den Aufstau des Ebnisees floßbar gemacht; das Holz danach auf der Rems weiter geflößt. Auch der Treibsee, der Ropbachsee, der Walkersbacher Floßsee oder sonstige Seen sind Überbleibsel der ehemaligen Holzflößerei. Als die Remstal- und die Murrtalbahn gebaut wurden, verlor die Flößerei ihre Bedeutung.


In der Gallengrotte










Eine der schönsten Sehenswürdigkeiten der Gegend ist die Gallengrotte, eigentlich zwei Klingen, deren größte in einer rund hundert Meter langen Seitenschlucht des Sommerbachtales hinter dem Ebnisee liegt. Die kleinere der Klingen endet mit einer nur angedeuteten Grotte an der Mündung ins Sommerbachtal. Die rund sieben Meter hohen Stubensandsteinfelsen weisen Kanzeln, Nischen, überhängende Felswände und abgerundete Vorsprünge auf, abschließend folgt eine enge, dunkle Kluft. Sie ist vielleicht Teil einer einst viel tieferen Grotte, deren vorderer Teil eingestürzt ist. Die Schwarzfärbung des Gesteins kommt vom Bewuchs mit Blaualgen, die durch das herabrieselnde Wasser genährt werden. Die Gallengrotten besitzen eine besonders reichhaltige Farnflora; beispielsweise gedeiht der grünstängelige Streifenfarn, eine recht seltene Art, nur an so extrem feuchten und kühlen Standorten wie hier.

Bei Weidenhof

 

Blick übers Land

 










Weiher bei Schlosshof

 

Blick auf Schlosshof

 



Schuppen in Hinterwestermurr



Blick auf Rotenmad



 Vereister Brunnen im Wald


Und zum Abschluss - Schlittschuhlaufen am Ebnisee











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