Dienstag, 20. Oktober 2015

Ravensburg: HUMPIS-Quartier

Ravensburg: 
Das HUMPIS-Quartier wird Museum

Regierungspräsident Johannes Schmalzl und Prof. Dr. Claus Wolf, Präsident des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, stellten die neue Publikation zum Humpis-Quartier vor


Das Humpis-Quartier als Lebenszelle einer alten Kaufmannsfamilie in Ravensburg ist schon seit Jahren im Gespräch, und auch wer nicht besonders denkmal- oder überhaupt historisch affin ist hat mit Sicherheit schon einmal davon gehört und gelesen.

Nun erscheint zu dem renovierten Areal und dem Museum das Arbeitsheft „HUMPIS – Ein Stadtquartier wird Museum“. Es führt seine Leser auf eine Zeitreise durch die Haus- und Quartiergeschichte Ravensburgs, denn „im HUMPIS“ ist die gesamte Bandbreite des denkmalpflegerischen, historisch-wissenschaftlichen Umgangs mit einem patrizischen Stadtquartier von seinen frühesten Anfängen bis zu einem der bedeutendsten, stadthistorischen Museen Baden-Württembergs zu erleben.

Das großformatige, broschürte Buch in der Reihe der Arbeitshefte des Landesamts für Denkmalpflege erschienen und wurde von Regierungspräsident Johannes Schmalzl und Prof. Dr. Claus Wolf, Präsident des Landesamts für Denkmalpflege vorgestellt.

Nach der Begrüßung durch Dr. Daniel Rapp, Oberbürgermeister der Stadt Ravensburg, und Grußworten von Regierungspräsident Schmalzl und Hermann Vogler, Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg und ehemaliger Oberbürgermeister von Ravensburg, wurde die Publikation von Prof. Wolf vorgestellt. Dr. Dörthe Jakobs vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart vertiefte in einem Gespräch mit den Autoren Volker Caesar, Dr. Andreas Schmauder, Korkut Demirag und Oliver Mack die Aspekte der Erforschung und des Umgangs mit dem historisch bedeutenden Stadtquartier in Ravensburg.

HUMPIS – Ein Stadtquartier wird Museum
Das Humpis-Quartier in Ravensburg: Gibt es etwas Spannenderes, als alte Gemäuer zu durchstreifen und in jedem Raum und jedem Winkel Nutzungsspuren und Hinterlassenes früherer Bewohner zu entdecken? Die Zeugnisse längst vergangener Tage regen unsere Phantasie an und ermuntern zum eigenen Forschen. Sie erinnern uns an Kindertage, in denen wir im Dämmerlicht eigener oder fremder Dachböden mit klopfendem Herzen Schätze aufspüren durften, Schätze mit fremdem Aussehen, mit fremdem Geruch, aber mit dem Gefühl und der Erinnerung, dass fast vergessene Generationen sie einst besessen, geliebt und benutzt haben.

Das Buch ist nicht nur reich, sondern auch stimmungsvoll illustriert, insbesondere in den Auftaktseiten. Viele Details lassen Geschichte, Geschichten und Geschichtchen hinter den fotografierten Gegenständen ahnen, erzählen aber auch von der Arbeit und der immensen Aufgabe der Denkmalpfleger und Restauratoren. Schließlich sollte aus einer vermutlich ziemlich herunter gekommenen Häuseransammlung eine einzige Sache werden: ein Museum! Vertieft man sich in die Fotos, so kann man sich selbst Geschichten erzählen, beispielsweise vom Schlüsselbrett, an dem Schlüssel, Dietrich, Flaschenöffner, Schleifscheiben, Einmachring und Werkzeug einträchtig nebeneinander aufgehängt und eingesteckt sind. Wer mag da wohl gewerkelt haben?

Wer die Fotos mit den herunter gekommenen Räumen sieht, kann sich, als Baulaie, kaum vorstellen, wie aus so etwas wieder ein schönes Gebäude werden soll. Zusätzlich zur Geschichte der Humpis und des Humpis-Quartiers erfährt der Leser als Mehrwert auch einiges aus der Geschichte Ravensburgs. Als Schluss wird in die neue Nutzung als Museum eingeführt. Das Interessanteste an dem dicken Werk ist aber wirklich der Einblick in die Arbeit bei der Wiederherstellung eines so großen „Werkstücks“ wie ein ganzes Häuserquartier.

HUMPIS. Ein Stadtquartier wird Museum. Arbeitsheft 28, Regierungspräsidium Stuttgart, Landesamt für Denkmalpflege, Stuttgart 2015, 356 S. mit 350 überwiegend farbigen Abbildungen, Fotos, Lagepläne, Baupläne. Konrad Theiss Verlag, Darmstadt. ISBN 978-3-8062-2968-4. 39,90 EUR.


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