Dienstag, 17. Januar 2017

CMT: UNESCO-Welterbeantrag für den Löwenmensch

UNESCO-Welterbeantrag für den „kulturellen Urknall“ auf der Schwäbischen Alb



In Talabschnitten der Flüsse Ach und Lone auf der Schwäbischen Alb befinden sich die Höhlen Vogelherdhöhle, Hohlenstein Stadel-Höhle, Bocksteinhöhle, Geißenklösterle, Sirgensteinhöhle und Hohle Fels. 

Dort wurden die ältesten Musikinstrumente der Welt, Flöten aus Elfenbein und Vogelknochen, sowie über 50 aus Mammutelfenbein geschnitzte Figuren gefunden – bis zu 40.000 Jahre sind sie alt. Die „Venus vom Hohle Fels“ und der „Löwenmensch“ sind die wohl bekanntesten Artefakte. Auf der Schwäbischen Alb besteht damit eine weltweit einzigartige Konzentration von Fundplätzen der ältesten Kunstwerke und Musikinstrumente der Menschheit!

Nachdem das Landesamt für Denkmalpflege seit 2012 daran gearbeitet hatte, wurde 2016 der Welterbeantrag für die Höhlen der Schwäbischen Alb als Fundorte der ältesten Eiszeitkunst bei der UNESCO eingereicht. Die Entscheidung der UNESCO über die Anerkennung der „Höhlen der ältesten Eiszeitkunst“ als Weltkulturerbe fällt voraussichtlich im Sommer 2017. Der Heidenheimer Landrat a.D. Hermann Mader, Vorsitzender des Fördervereins Eiszeitkunst im Lonetal e.V., sieht der Entscheidung über die Aufnahme optimistisch entgegen: „Bereits vor 40.000 Jahren war die Schwäbische Alb ein Innovationszentrum, hier ereignete sich ein kultureller Urknall.“

Die weltweit ältesten Funde von figürlichen Kunstgegenständen und Musikinstrumenten stehen anderen Weltkulturerben in nichts nach, eher das Gegenteil ist der Fall, meint Hermann Mader: „Die Mona Lisa ist gerade einmal rund 500 Jahre alt und eines von vielen Gemälden ihrer Zeit. Auf der Schwäbischen Alb reden wir von einzigartigen Fundstücken weltweit, die 80 Mal älter sind." Bereits 2014 hat sich der SAT in seiner Kommunikation auf die Eiszeit-Thematik fokussiert. So ist das neue Schwäbische Alb-Logo mit dem Claim „Inspiriert. Seit Urzeiten.“ entstanden und der Löwenmensch wurde Leitsymbol der Region. Das Eiszeit-Erlebnis wird für Gäste ab 2017 auch erstmals buchbar: Die Stadt Tübingen hat mit Partnern von der ganzen Schwäbischen Alb das Pauschalangebot „Eiszeitkunst und Urgestein“ entwickelt, das verschiedene Erlebnispunkte und Sehenswürdigkeiten miteinander verbindet.

Mehr Infos zu den Eiszeitfunden und dem UNESCO-Antrag unter: www.iceageart.de

Foto: Der Löwenmensch, Foto: Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart / Ulmer Museum, Fotografin: Yvonne Mühleis



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