Freitag, 20. Januar 2017

Rothenburg ob der Tauber



Frühlings-Attraktionen in Rothenburg ob der Tauber
Reformation, Frühjahrswanderwoche und mehr
Luther, Hexen und die Neuen Medien: Rothenburg ob der Tauber lädt zur Zeitreise durch Reformation und Renaissance

Für eine Zeitreise in die religiös wie kulturell wirkmächtigen Dekaden der Reformation und Renaissance muss man anderenorts aufwendige Inszenierungen betreiben. Oder viel Phantasie mitbringen. Nicht so in Rothenburg ob der Tauber. Hier ist die Stadt selbst schon die beste Bühne, um die bahnbrechenden Ideen, die Kriegswirren und wirtschaftliche Blütezeit des 15. und 16. Jahrhunderts auferstehen zu lassen. Im Ring der wehrhaften Stadtmauern hütet Rothenburg ein prächtiges Bukett aus herrschaftlicher Architektur, märchenhafter Romantik und stolzer Geschichte.

Zur Lutherdekade widmen sich zwei außergewöhnliche Ausstellungen der Reformation und ihrer Auswirkungen rund um die Person Martin Luthers. Während es im Reichsstadtmuseum um erste „Likes“ und „Shitstorms“ in der Mediengeschichte geht, dreht sich im Kriminalmuseum alles um Hexenwerk und Teufelszeug. Historische Themenführungen leiten Schritt für Schritt durch spannende Stadtgeschichte.

„Mit dem Schwert oder festem Glauben – Luther und die Hexen“
Sonderausstellung bis 31. Dezember 2018 im Mittelalterlichen Kriminalmuseum
Mehr als 100 Exponate und modernste Museumstechnik nehmen den Besucher mit auf eine Reise durch mehrere tausend Jahre Zauber- und Aberglauben. Gerade in der Reformationsdekade fragen sich viele: Wie dachte der große Reformator über Zauberer oder Hexen? Aus wertvollsten Schriften bedeutender Kleriker lässt sich erfahren, wie man es früher mit Teufeln und Dämonen hielt. Stiche von Holbein, Dürer, Grien und Breughel erwecken die Welt des Mittelalters und der frühen Neuzeit zum Leben. Hexenhammer, grausame Foltergeräte sowie Hinrichtungswerkzeuge mahnen an eine dunkle Seite der beginnenden Neuzeit – den Hexenwahn.

Warum gab es so verheerende Hexenverfolgungen im Reich und in Franken? Wieso stellten Rothenburg und Nürnberg verblüffende Ausnahmen dar? Spielte die Kirche eine Rolle bei den Verfolgungen? Waren Protestanten und Katholiken gleichermaßen anfällig für Hexenverfolgungen? Antworten auf diese und andere Fragen finden sich noch bis zum 31. Dezember 2018 in der Johanniterscheune des Mittelalterlichen Kriminalmuseums. Seite 2 von 4

Geöffnet ist das Kriminalmuseum von April bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr und von November bis März von 13 bis 16 Uhr. Letzter Einlass ist 45 Minuten vor Schließung. www.kriminalmuseum.eu

„Likes“ und „Shitstorm“ wurden in der Reformationszeit erfunden: „Medien der Reformation – Kampf der Konfessionen“
Sonderausstellung bis 30. September 2017 im Rothenburger Reichsstadtmuseum
Die Ausstellung beleuchtet die Konflikte jener Zeit und zeigt, welche Rolle gerade dem gedruckten Wort zukommt, denn die Reformation wäre wohl niemals zu einem so umwälzenden Ereignis für Europa, ja für die ganze Welt geworden, hätte es die Fortschritte im Buchdruck nicht gegeben. Luthers Schriften machten in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein Drittel der deutschen Buchproduktion aus, seine Bibel erreichte eine Auflage von gut 500.000 Exemplaren. Daneben wurden Flugschriften gedruckt, die reißenden Absatz fanden.

Der Ansbacher Kanzler Georg Vogler hinterließ nach seinem Tod 1550 der Stadt Rothenburg eine umfangreiche Sammlung solcher reformatorischer Flugschriften. In diesem Fundus wird der erbittert geführte Glaubens- und Kulturkampf, der während der Reformation tobte, auf dramatische Art deutlich und die Ausstellung macht anschaulich, dass Hasspredigten und Schmähungen – also die Verführung bzw. der Aufruf zu Terror und Zerstörung – keine Erfindung der modernen Medien sind.
Öffnungszeiten: April – Oktober 9.30 - 17.30 Uhr, November – März 13 - 16 Uhr, www.reichsstadtmuseum.rothenburg.de

Rothenburger Frühjahrswanderwoche
22.04. - 30.04.2017
Vom 22. bis 30.4.2017 findet in Rothenburg ob der Tauber wieder die beliebte Frühjahrswanderwoche statt.

Auf täglichen geführten Wanderungen lässt sich die Umgebung Rothenburgs entdecken, wobei für jede Konditionsstufe und jeden Geschmack etwas Passendes geboten wird: Im Programm finden sich unter anderem eine Waldwanderung mit dem Rothenburger Förster, eine Mühlenwanderung hinab ins Taubertal, Nordic Walking, eine Wanderung mit Wassertreten in der Kneippanlage sowie eine fachkundliche Führung durch die Rothenburger Weinberganlage. Alle Wanderungen sind kostenlos, eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig.

Wander-Programm der Rothenburger Frühjahrswanderwoche 2017:
Sa, 22.04., 14.00 Uhr: Marktplatzbrunnen: Eröffnungswanderung
So, 23.04., 14.00 Uhr: Marktplatzbrunnen: Mühlenwanderung
Mo, 24.04., 10.00 Uhr: Marktplatzbrunnen: Tageswanderung mit Mittagseinkehr
Di, 25.04., 14.00 Uhr: Marktplatzbrunnen: Waldwanderung
Mi, 26.04., 14.00 Uhr: Marktplatzbrunnen: Mit den Mittwochswanderern unterwegs
Do, 27.04., 09.00 Uhr: Marktplatzbrunnen: Nordic Walking
Do, 27.04., 14.00 Uhr: Marktplatzbrunnen: Wandern mit dem Kneippverein
Fr, 28.04., 14.00 Uhr: Alte Sporthalle: Wandern mit der TSV Wanderabteilung
Sa, 29.04., 14.00 Uhr: Burgtor: „Stein und Wein“; durch die Rothenburger Weinberganlage
So, 30.04., 14.00 Uhr: Marktplatzbrunnen: Wandern mit dem Deutschen Alpenverein


Info:
Weitere Informationen sowie der Programmflyer sind erhältlich beim Rothenburg Tourismus Service.



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