Mittwoch, 11. April 2018

Radeln und Wandern am Kaiserstuhl

Wo die Sonne lacht ...
... ist Deutschland am wärmsten



Man sieht am es Schwarzwald im Hintergrund: Er ist stellenweise noch weiß vom Schnee, vor allem am Gipfel des Belchen, vom späten Schnee im März. Wir aber sind im Kaiserstuhl, wo es nicht nur am wärmsten in Deutschland ist, sondern wo Frühling und Sommer auch früher und prächtiger eintreffen als anderswo.

Gott sei Dank, der Winter war lang genug. Man mag kein Weiß mehr sehen. Zumindest nicht in Form von Schnee. In Form von blühenden Obstbäumen schon. Leider aber machte der späte Frost die Vorfreude zunichte: die erhoffte Überzuckerung der bekannten Obstbaumwiesen im Kaiserstuhl lässt noch etwas auf sich warten, steht aber kurz bevor. Ein, zwei Wochen später und die Pracht wäre da gewesen. Was aber zu sehen ist waren die Blütenansätze.
 


Was macht man nun am Kaiserstuhl? Außer die Spitzenkulinarik und die hier wachsenden Weine zu genießen oder einzukaufen? Natürlich die Natur genießen, wandern, Rad fahren, sich an Flora und Fauna erfreuen. Und die reiche Kultur des Landstrichs in Form von idyllischen Ortsbildern genießen. Riegel und Endingen seien hier nur als Beispiel von vielen genannt

Seit 1727: Acht Generationen Gastfreundschaft
Zur Übernachtung bot sich das Gasthaus zur Sonne in Ihringen-Wasenweiler an. Ein gemütlicher Gasthof mit schönen, hellen Zimmern, verlockendem Speisesaal mit anheimelnder Atmosphäre und hervorragender Küche. Dazu freundliches Personal, vom Sonnenwirt Peter Ambs bis zu den Bedienungen. Hier lässt sich’s aushalten. Seit 1727 wird das im Zentrum des Winzerorts Wasenweiler liegende Haus in der 8. Generation von der Familie Ambs geführt.
 


Im Rebhisli zur Nacht
Als Besonderheit: Sonnenwirt Peter Ambs zeigte uns sein neuestes Angebot: Übernachtungen im neuen Rebhisli, inmitten der Weinberge und mit grandioser Aussicht auf die Breisgauer Bucht, über den Tuniberg bis nach Freiburg und den Schwarzwald. Kandel, Schauinsland, Belchen und Blauen als Highlights. Hier einen Sonnenuntergang erleben, möglichst im Sommer, noch besser im Herbst, wenn das Weinlaub sich bunt färbt. Muss ein Traum sein. Das war uns bei diesem Aufenthalt zwar nicht vergönnt, das mit dem Sonnenuntergang, aber das raussitzen war schon möglich. Aber der Sonnenuntergang bzw. vom großen Panoramafenster der Sonnenaufgang hinter dem Schwarzwald läuft ja nicht davon.


 






Brennhisli: Schnapsbrennen & Weinproben
Wenn schon Baden, wenn schon Kaiserstuhl: Ein Schnaps gehört dazu. Auch in einer Weinbaugegend. Das Gasthaus zur Sonne besitzt eine eigene Schnapsbrennerei: Das Brennhisli. Hier wird eigenes Obst wie Zwetschgen, Mirabellen, Birnen in hochprozentige aromatischen Köstlichkeiten verwandelt. Und wo bekommt ein Fremder schon Gelegenheit, sich selbst als Schnapsbrenner, und zwar nicht als Schwarzbrenner, zu betätigen? Sonnenwirt Peter Ambs macht es möglich. Er lässt seine Gäste beim Schnapsbrennen mitmachen und lässt sie danach den Selbstgebrannten kosten. Wir haben uns die Sache mal angeschaut, macht schon was her, so eine Sammlung großer Schnapsflaschen, direkt neben der Brennblase.







Des Sonnenwirts E-Bike-Flotte
Wie schon geschrieben: Kaiserstuhl ist (auch) Radelland. Es lockt, das kleine „Gebirge“ des Kaiserstuhls zu erkunden, den (unter anderem typischen Studentenstadt) Freiburgs zu erleben oder Stadt Breisach mit ihrem berühmten Münster besuchen? In der Nähe verlaufen der Rheintal-Radwanderweg und andere ausgeschilderte Radelstrecken. Und mit den E-Bikes vom Gasthaus zur Sonne geht das auch ohne Schweißperlen.





Und so beschreibt die „Sonne“ die Radregion Kaiserstuhl: „Zwischen Reben und Wald, entlang an blühenden Obstbaumwiesen, Weinberge mit Panoramablick, atemberaubende Rebterrassen, durch verwunschene Hohlwege, idyllische Winzerdörfer in malerischer Landschaft und die Rheinauenwälder verbunden mit badischen Köstlichkeiten machen den „Naturgarten Kaiserstuhl“ zu einen der beliebtesten Urlaubsziele. Die einzigartige Naturlandschaft des ehemaligen Vulkans bietet mit ihrer Flora und Fauna ein unvergessliches Erlebnis für jeden Genuss-Radler. Entdecken Sie diese Natur- und Kulturschätze am Kaiserstuhl mit unseren E-Bikes und genießen Sie herrliche Aussichten in die Rheinebene, auf den Schwarzwald und die Vogesen. … Oft sind es die kleinen Details, die Ihren Urlaub zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Mit der zusätzlichen elektronischen Unterstützung der E-Bikes und einer extra Portion Rückenwind erreichen Sie mit noch mehr Spaß weit entferntere Ziele. Erklimmen Sie mit wenig Kraftaufwand den Texaspass und genießen sie wahrscheinlich schönste Aussicht mitten im Kaiserstuhl, zwischen Oberbergen und Kiechlinsbergen, erkunden Sie das Naturschutzgebiet Taubergießen, erleben Sie den unverwechselbaren Flair der sonnigsten Großstadt Deutschlands und vieles mehr!“ Dem ist nichts hinzuzufügen!



Und das Wasenweiler Gasthaus empfiehlt auch gleich ein paar Strecken, wir wollen sie nicht vorenthalten:

DER KAISERSTUHL-RADWEG:
Riegel – Sasbach – Breisach – Ihringen – Merdingen – Nieder-/Oberrimsingen – Gottenheim – Bötzingen – Eichstetten – Bahlingen
Länge: Gesamt 64,8 km, Gesamtanstieg: 80 m
DIE RHEIN-RAD-TOUR:
Ihringen – Bickensohl – Ober- & Niederrotweil – Burkheim – Bischoffingen – Kiechlinsbergen – Königschaffhausen – Sasbach – Breisach
Länge: Gesamt 48,7 km, Gesamtanstieg: 525 m
DIE VULKAN-RAD-TOUR:
Endingen – Eichstetten – Bötzingen – Altvogtsburg – Oberbergen – Oberrotweil – Bischoffingen – Kiechlinsbergen – Königschaffhausen
Länge: Gesamt 32,9 km, Gesamtanstieg: 575 m
DIE TUNIBERG-RAD-TOUR
Ihringen – Wasenweiler – Bötzingen – Gottenheim – Freiburg-Munzingen – Niederrimsingen – Merdingen
Länge: Gesamt 34,5 km, Gesamtanstieg: 375 m
DIE DREISAM-RAD-TOUR
Bahlingen – Eichstetten – Hugstetten – Buchhheim – Holzhausen – Neuershausen – Nimburg – Riegel
Länge: Gesamt 32,8 km, Gesamtanstieg: 150 m

Mit dem Gasthaus zur Sonne auf Weinsafari
Eines der beliebten Angebote vom Gasthaus zur Sonne ist eine gemütliche Fahrt hinauf auf den Vulkan, hinauf auf den Kaiserstuhl. Mit einem Planwagen! Hoch in die Weinberge. Landschaft pur, aber auch Wein pur: Fachkundige Erklärungen über unterschiedliche Weinlagen, Traubensorten und deren Herkunft, vom traditionellen Anbau, Pflege und Weinlese bis hin zum Tisch, alles ausführlich erklärt vom Fachmann. Damit man bei der ganzen Theorie zum Wein keine trockene Kehle bekommt, gibt es an den verschiedenen Aussichtpunkten ein Gläschen Wein zu verkosten, eine Weinprobe oder ein zünftiges Vesper. Haben wir zwar auch nicht selbst erlebt, aber wir können es uns lebhaft vorstellen, wie so ein unterhaltsamer Tag verläuft.




Kaiserstühler Genuss im Gasthaus zur Sonne







Für uns stand ein Wildkräutermenü auf der abendlichen Speisekarte. Natur, um Wildkräuter zu sammeln, gibt es ja genug am Kaiserstuhl. 





Was es gab, siehe hierzu die Speisekarte. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Außer, dass es ein Genuss war, der nach Wiederholung schreit …



Und spät abends fielen uns dann in einem wunderschönen Zimmer die Augen zu. Nicht unerwähnt bleiben soll die Herkunft des Spiegels im Badezimmer: Sein Rahmen wurde aus ehemaligen Weinbergstangen gefertigt. Phantasie und Geschmack muss man haben ...
 




Info:

Tourismusbüro Naturgarten Kaiserstuhl, Marktplatz 16, 79206 Breisach, Tel. 0049 (0) 7667 942673, mailto:info@naturgarten-kaiserstuhl.de, http://www.naturgarten-kaiserstuhl.de

Unterkunft:                                                                                     
Gasthaus zur Sonne, Hauptstr.21, 79241 Ihringen-Wasenweiler, Tel. 0049 07668 229, gasthaus@sonne-wasenweiler.de, http://www.sonne-wasenweiler.de

Literatur:

Karten:
Wanderkarte Kaiserstuhl-Tuniberg, Maßstab 1:30.000. Hrsg: Kaiserstuhl-Tuniberg Tourismus.
Rad- und Wanderkarte Kaiserstuhl Tuniberg Ihringen und Wasenweiler. Hrsg: Kaiserstuhl-Tuniberg Tourismus.
Wanderkarte Breisgau Kaiserstuhl. Karte des Schwarzwaldvereins. Maßstab 1:35.000. Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL).

Dieter Buck
und Marlies Buck
Besuchen Sie mich auch unter http://www.dieterbuck.de, auf facebook und auf Instagram

 Fotos: Dieter Buck; Gasthaus Sonne, Wasenweiler

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