Samstag, 14. April 2018

Buchbesprechung: Solvin Zankl / Mario Ludwig: Wildnis Eiche

Solvin Zankl / Mario Ludwig:
Wildnis Eiche



Es gibt sie, die Bücher, in die man sich unendlich vertiefen kann. Mit Fotos, die man immer und immer wieder anschauen kann, man entdeckt immer wieder was Neues, es wird einem nie langweilig. Und man fragt sich: Wie hat der Fotograf das nur hingekriegt.

Und so ein Buch ist der großformatige Text-/Bildband über die Eiche. Gerade für uns Deutsche ein mystischer Baum. „Deutsche Eiche“, kennt man ja als Schlagwort.

Mystisch ist sie und geheimnisvoll, und sie gilt als Sinnbild des Lebens. Seit jeher steht die Eiche im Mittelpunkt von Legenden. Von ihrer ausladenden Krone bis zum borkigen Fuß bietet sie mehr Tieren und Pflanzen einen Lebensraum als jeder andere deutsche Baum.

In einzigartigen (Makro-)Fotografien erzählt Solvin Zankl in diesem Bildband die Geschichte der »Wildnis Eiche« und porträtiert diese vielfältigen Bewohner des Waldes. Und so blättert man, staunt über die großformatigen Makrofotos von kleinsten Lebewesen, Flechten und Moosen, erfreut sich am putzigen Waschbär, lässt die Stimmung bei Nachtaufnahmen auf sich wirken.

Gegliedert ist das Buch nach den Jahreszeiten, also die Eiche im Frühjahr, im Sommer, im Herbst und während der Winterruhe. Ausführliche Erklärungen von Mario Ludwig zu den Bildern geben auch dem botanischen Laien Informationen, was es mit der Eiche und ihren pflanzlichen und tierischen Mitbewohnern auf sich hat.

Insofern ist dieser großformatige Prachtband nicht nur ein Buch für Leute, die sich an den herrlichen Naturaufnahmen erfreuen, sondern auch bestens geeignet für Leser, die sich fachlich für die Natur, in diesem Fall für Eichen und was damit zusammenhängt, interessieren.

Zu Fotograf und Autor:
Solvin Zankl, studierter Meeresbiologe, ist seit 15 Jahren freier Naturfotograf. Seine Fotoreportagen werden weltweit von führenden Magazinen veröffentlicht, allen voran von GEO. Die Aufnahmen spiegeln seine wissenschaftliche Sichtweise wider, der er als Fotograf seinen Sinn für Ästhetik zur Seite stellt. Zankls Fotografien wurden mehrfach prämiert. Er erhielt etwa den »Deutschen Preis für Wissenschaftsfotografie« und wurde vielfach bei der »Wildlife Photographer of the Year Competition« ausgezeichnet. 
Dr. Mario Ludwig, Jahrgang 1957, ist einer der erfolgreichsten und bekanntesten Naturbuchautoren Deutschlands. 20 Bücher, in denen er sich unterhaltsam mit den Phänomenen der Natur auseinandersetzt, hat der Biologe bisher veröffentlicht.
Ludwig, der auch für mehrere große Tageszeitungen und Zeitschriften wöchentliche bzw. monatliche populärwissenschaftliche Kolumnen schreibt, wurde bereits zweimal für das »Wissenschaftsbuch des Jahres« nominiert. Bekannt wurde er auch durch seine zahlreichen Auftritte in TV-Talkshows und anderen Fernsehsendungen z.B. bei »Johannes B. Kerner«, »3 nach 9«, Frank Elstners »Menschen der Woche«, »Galileo Mystery«, »Welt der Wunder«, »TV total« oder »Planet Wissen«. Wöchentlich berichtet Mario Ludwig zudem in seiner eigenen Sendung »Das Tiergespräch« bei DRadio Wissen über neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft.
Der begeisterte Bergsteiger wohnt zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Katzen in Karlsruhe.

Solvin Zankl, Mario Ludwig: Wildnis Eiche. Faszinierender Kosmos des Lebens. 160 Seiten, ca. 140 Abbildungen, Format 24,5 x 30,5 cm, Hardcover mit Schutzumschlag. Frederking & Thaler. ISBN 978-3-95416-143-0. € [D] 19,99, € [A] 20,60, sFr 27,90.
Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.

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Mittwoch, 11. April 2018

Kaiserstuhl: Besuch im "offenen Bauerngarten"

Gartenpracht (und Edelbrände!)
vom Feinsten
Zu Besuch im „offenen Garten“
in Ihringen

 



Wer durch Ihringen fährt sollte aufpassen, ob das große Hoftor an Gebäude Wasenweilerstraße 26 geöffnet ist und eine Leiter an das Haus gelehnt ist. Dann ist nämlich der Bauerngarten von Sibylle Breisacher geöffnet.

Ein Besuch ist dann fast ein Muss! Der Bauerngarten ist eine Pracht, wie man in sonst nur selten sieht. Mit viel Können und noch mehr Phantasie (oder umgekehrt?) hat die „Gartenkünstlerin hinter dem Haus eine Zauberwelt hinge“bastelt“, wie man sie sonst nur selten sieht.

 
Seltene Bäume, alte Obst- und Gemüsesorten, die es kaum noch anderswo zu finden gibt, alte Gerätschaften aus dem Bauern- und Winzeralltag sind hier zu einer wahren Zauberwelt arrangiert. Dazwischen lugen Elfen und Faune aus dem Blätterwerk hervor, Pavillons und andere Sitzgelegenheiten laden ein. 





Beschreiben kann man das alles nicht, man muss es erleben. Und wenn Sibylle Breisacher um den Weg ist und ihre Schätze erklärt, ist der Tag gelaufen. Was sie alles weiß … und mit einer Begeisterung an den Mann und die Frau bringen kann. Phänomenal.



Das ist aber noch nicht alles. Als wahres Multitalent ist die Gartenbesitzerin auch noch eine begeisterte – und preisgekrönte Brennerin von Edelbränden vom Feinsten. Und zwar nicht nur von landläufig bekannten Sorten, nein, natürlich hat sie auch Schätze ausgegraben in zu edeln Destillaten gebrannt, dass man bereut, mit dem Auto gekommen zu sein. 






Als da wären Brände von Äpfeln von der Streuobstwiese, Bohnapfelbrand (schon mal was von dieser Apfelsorte gehört?) mit und ohne Reife im Eichenfass, Mirabellenbrand, Williamsbrand, Quittenbrand, Spätburgender-, Gewürztraminer- und Weinhefebrand und als besondere Spezialität einen Brand vom Maulbeerbaum (natürlich aus dem eigenen Garten!). Die meisten Besucher werden wohl mit einem Vorrat an edlen Wässerchen das Gelände verlassen. Empfehlenswert ist es zumindest.


 

Genug der Beschreibung, Worte werden der Sache eh nicht gerecht, vielleicht erwecken die Bilder ein wenig einen Eindruck von dem, was man dort erleben kann. Hinfahre ist die Devise!




Info:
Sibylle Breisacher, Wasenweilerstraße 26, 79241 Wasenweiler. Wenn das Tor geöffnet ist kann man den Garten besichtigen. Ansonsten oder Gruppen: bitte anmelden. Telefon 0049 (0) 7668 5657, mailto:breisacher.edelbrand@gmx.de

Info:

Naturgarten Kaiserstuhl
Tourismusbüro Naturgarten Kaiserstuhl, Marktplatz 16, 79206 Breisach, Tel. 0049 (0) 7667 942673, mailto:info@naturgarten-kaiserstuhl.de, http://www.naturgarten-kaiserstuhl.de

Naturzentrum Kaiserstuhl
Bachenstraße 42, 79241 Ihringen. Öffnungszeiten März bis Juli, September - Oktober, Mo + Do 10-12 Uhr, Sa 15-17 Uhr, in der Winterzeit auf Anmeldung. Tel. 0049 07668 7108 80. Veranstaltungen: siehe Homepage. http://www.naturzentrum-kaiserstuhl.de

Unterkunft:                                                                                     
Gasthaus zur Sonne, Hauptstr.21, 79241 Ihringen-Wasenweiler, Tel. 0049 07668 229, gasthaus@sonne-wasenweiler.de, http://www.sonne-wasenweiler.de

Literatur:

Karten:
Wanderkarte Kaiserstuhl-Tuniberg, Maßstab 1:30.000. Hrsg: Kaiserstuhl-Tuniberg Tourismus.
Rad- und Wanderkarte Kaiserstuhl Tuniberg Ihringen und Wasenweiler. Hrsg: Kaiserstuhl-Tuniberg Tourismus.
Wanderkarte Breisgau Kaiserstuhl. Karte des Schwarzwaldvereins. Maßstab 1:35.000. Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL).

und Marlies Buck
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Kaiserstuhl: Wanderung zwischen Lilienhof und Neunlindenturm

Durch den Kaiserstuhl
 


Ein Kaiserstuhl-Aufenthalt ohne eine Wanderung durch die Weinberge ist wie Weintrinken ohne Wein, um es mal so zu sagen. Und so ließ ich mich von der Kaiserstühler Gästeführerin Trudel Gugel durch das südbadische Paradies führen.

Start der Wanderung, die teilweise auch auf dem Knabenkrautpfad verlief, war im Liliental. 



Der Lilienhof ist ein nie von einer Erbteilung zerstückeltes Hofgut, der früher im Besitz der Üsenberger, der Markgrafen von Hachberg, der Grafen von Leiningen, der Markgrafen von Baden, der Deutschordenskommende zu Freiburg, des Grafen von Bismarck und anderen stand. Mitte des 19. Jahrhunderts beschrieb der damalige Besitzer Freiherr von Babo die damalige Bewirtschaftung, die vor allem im Getreideanbau bestand. 1857 wurde das Gelände von der Badischen Gesellschaft für Tabakproduktion gekauft, die hier einen Musterbetrieb für Tabak und Rebbau sowie eine Pferdezucht gründete. 



Als letzte betrieb die Industriellenfamilie Henkel den Hof, der nach dem zweiten Weltkrieg an das Land fiel. Die Landesforstverwaltung hat im Liliental ein parkartiges Versuchsgelände mit einer umfangreichen Sammlung heimischer und ausländischer Baum- und Straucharten (Arboretum) eingerichtet. Dazu findet man in der Umgebung noch eine große Blütenpracht – Orchideen (Knabenkräuter), Kaiserstuhlanemonen, Glockenblumen und Astern. Beeindruckend sind auch die Mammutbäume – die größten Lebewesen der Welt – die aus erst 1960 gepflanzten Samen aus Kalifornien hervorgingen.



Die Gaststätte befindet sich im früheren Haupthaus des Landgutes, daneben stand einst ein Pferdestall. Zu sehen ist auch noch das mächtige Gebäude, in dem früher der Tabak getrocknet wurde.

(Quelle: Dieter Buck: Ausflugsziel Breisgau. Mit Kaiserstuhl und Markgräflerland).

Danach folgte ein Gang durch das Arboretum Liliental. Hier findet man nicht nur bemerkenswerte seltene Bäume – zum beeindruckendsten zählt sicher auch der große Wald von Mammutbäumen, so wie man ihn wohl woanders nicht mehr findet – sondern auch die Vielzahl von Orchideen. 
 


Allerdings waren wir hier leider etwas zu früh unterwegs (bzw. der Winter hat sich dieses Jahr etwas zu lange hingezogen), unsere Führerin konnte uns leider nur die gerade wachsenden Blättchen zeigen. Trotzdem interessant, was so eine Kaiserstuhl-Gästeführerin so alles weiß. Was aber zu sehen war, das waren einige Küchenschellen in ihrer ganzen Pracht.



Danach führte unser Weg Richtung Vogelsang-Pass. Oberhalb von eröffnete sich ein prächtiger Blick auf den Badberg und den Aussichtsturm auf der Eichelspitze. Auf der anderen Seite sah man über die Weinberge in die Freiburger Bucht mit dem Schwarzwald im Hintergrund.
 




Nun folge der wohl anstrengendste Teil der Wanderung: Es stieg auf dem Neunlindenpfad stetig und teilweise recht steil an bis Totenkopf, in unserem Fall zum Neunlindenaussichtsturm, der die vorherige Sicht noch toppte. 




Für Abwechslung beim anstrengenden Anstieg sorgten einige alte und schön mit Wappen verzierte Grenzsteine; Freunde von Kleindenkmälern hätte die reinste Freude daran gehabt.




Über den Gierstein ging es dann wieder gemütlicher hinab zum Rasthaus Lenzenberg und von dort wieder auf dem Knabenkrautpfad weiter. Über die Martinshöfe und einen schönen Hohlweg ging es dann wieder zurück zum Ausgangspunkt im Liliental.

 
Danach stand ein Besuch im Naturzentrum Kaiserstuhl auf dem Programm. Ein Must-do wenn man hier zu Besuch ist. Hier erfährt man alles was an Flora und Fauna im Gebiet unterwegs ist, man erfährt interessante Dinge über die Geschichte des kleinen Gebirges und kann sich auf einem Geländemodell sogar einzelne Punkte anzeigen lassen. 

 
Es gibt Fotoausstellungen mit dem Themen Eisvogel und Turmfalke, Spinnen, Eidechsen und Bienenfresser sowie eine Sonderausstellung zum Thema Luchse in Baden-Württemberg. Und Kinder erfreuen sich nicht nur an den ausgestopften Vögeln, sondern auch an der kleinen Eisenbahn, die die Hügel umrundet.

 
Info:
Tourismusbüro Naturgarten Kaiserstuhl, Marktplatz 16, 79206 Breisach, Tel. 0049 (0) 7667 942673, mailto:info@naturgarten-kaiserstuhl.de, http://www.naturgarten-kaiserstuhl.de

Kaiserstühler Gästeführerin Trudel Gugel, Tel. 0049 (0) 7668 5510 oder 0049 (0) 151 18123588


Naturzentrum Kaiserstuhl
Bachenstraße 42, 79241 Ihringen. Öffnungszeiten März bis Juli, September - Oktober, Mo + Do 10-12 Uhr, Sa 15-17 Uhr, in der Winterzeit auf Anmeldung. Tel. 0049 07668 7108 80. Veranstaltungen: siehe Homepage. http://www.naturzentrum-kaiserstuhl.de

Unterkunft:                                                                                     
Gasthaus zur Sonne, Hauptstr.21, 79241 Ihringen-Wasenweiler, Tel. 0049 07668 229, gasthaus@sonne-wasenweiler.de, http://www.sonne-wasenweiler.de

Literatur:

Karten:
Wanderkarte Kaiserstuhl-Tuniberg, Maßstab 1:30.000. Hrsg: Kaiserstuhl-Tuniberg Tourismus.
Rad- und Wanderkarte Kaiserstuhl Tuniberg Ihringen und Wasenweiler. Hrsg: Kaiserstuhl-Tuniberg Tourismus.
Wanderkarte Breisgau Kaiserstuhl. Karte des Schwarzwaldvereins. Maßstab 1:35.000. Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL).

und Marlies Buck
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