Dienstag, 1. August 2017

Schlaflosigkeit: Durch das richtige Essen bekämpfen

Biss um Biss ins Bett: Welche Lebensmittel müde machen und entspannen können
 Viel Sommergemüse und Sommerobst enthält die Aminosäure Tryptophan – aber auch melatoninhaltige Milch

Einige Lebensmittel schmecken nicht nur und machen nicht nur satt – sondern mitunter sogar müde und dienen der Entspannung. Das gilt besonders dann, wenn sie die Aminosäure Tryptophan sowie die Hormone Serotonin und Melatonin enthalten. Diese Stoffe können dafür sorgen, dass man nachts gut schläft und morgens wieder fit und gut gelaunt den Tag beginnt. 

Einige Kirschen, Nüsse und auch in der Nacht gemolkene Milch haben wahres Sandmännchen-Potenzial.

Gemüse und Nüsse - die Entspannungsgaranten
Die essentielle Aminosäure Tryptophan ist dafür verantwortlich, dass sich der Mensch ausgeglichen und entspannt fühlt. Da der Körper Tryptophan jedoch selbst nicht herstellen kann, muss es über die Nahrung aufgenommen werden. Gemüse wie zum Beispiel rote Rüben, Erbsen und Tomaten aber auch Lebensmittel wie Nüsse und Fisch verfügen über einen hohen Tryptophangehalt. Sie können deshalb schlaffördernd wirken. Die Aminosäure kurbelt die körpereigene Produktion des Hormons Melatonin an und das ist für den Schlaf-Wach-Rhythmus verantwortlich. Darüber hinaus bildet Tryptophan den Ausgangsstoff für den Neurotransmitter Serotonin. Einen sehr hohen Anteil an Tryptophan enthält auch nachts gemolkene Milch. 

Obst und Schokolade - die Stimmungsmacher
Das sogenannte "Glückshormon" Serotonin macht nicht nur seinem Synonym alle Ehre und wirkt stimmungsaufhellend, sondern steuert zudem auch die Produktion des körpereigenen Hormons Melatonin und hilft dabei es freizusetzen. Im beliebtesten Obst Deutschlands, den Bananen, aber auch in anderen exotischen Früchten wie Ananas, Feigen, Papaya und Avocados steckt neben wertvollen bioaktiven Substanzen, Vitaminen und Mineralstoffen auch Serotonin. Der Botenstoff ist für die Übermittlung von guter Stimmung und Zufriedenheit verantwortlich ist. Aber nicht nur Obst fördert den gesunden Serotoninspiegel, auch ein Schokoladenriegel kann dabei helfen ausgeglichen und gut gelaunt zu sein.

Milch und Nachtmilch - die Schlummerhilfe
Seit jeher enthält Milch natürliches Melatonin. Viele schwören auf das "Hormon der Nacht", wie es im Volksmund oft bezeichnet wird, um abends bei einsetzender Dunkelheit sanfter einzuschlummern. Milchkristalle, die nach einem patentierten Verfahren aus Nachtmilch hergestellt werden, sind reich an natürlichem Melatonin. Das Interessante daran ist, dass natürliches Milchmelatonin eine sehr hohe Bioverfügbarkeit aufweist und keine Nebenwirkungen verursacht. Eingenommen werden Milchkristalle vor dem Zubettgehen, indem sie einfach in Milch eingerührt werden. Wer noch mehr Melatonin in der Milch haben möchte, mixt neben Milchkristallen, die es rezeptfrei in Apotheken oder im Internet gibt, zusätzlich Kirschen in die Milch ein. Auch diese enthalten je nach Sorte viel Melatonin.


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Donnerstag, 27. Juli 2017

LVR-LandesMuseum Bonn (Hrsg.): Die Zisterzienser

LVR-LandesMuseum Bonn (Hrsg.):
Die Zisterzienser
Das Europa der Klöster



Ein Prachtband ist es, den ich da in den Händen halte. Passend zu den Klöstern des hier besprochenen und mittlerweile fast tausend Jahre alten Zisterzienserordens, die zwar der Einfachheit und Armut verpflichtet waren, aber trotzdem in diesem Kontext prachtvolle Bauten schufen.

Sehenswert ist die Ausstellung, von der dieser Katalog stammt. Sie findet zwar weit weg von Baden-Württemberg statt, aber trotzdem nennen wir hier im Land zwei große Zisterzienserschätze zu eigen, eines davon Weltkulturerbe. Man kennt es, das Kloster Maulbronn. Dazu kommt das nicht minder sehenswerte Kloster Bebenhausen im Schönbuch. Wer sie noch nicht kennt hat was versäumt.

Die Zisterzienser und ihre Kunst
Als Macht und Reichtum der Benediktiner die monastischen Ideale immer mehr untergruben, zogen 1098 drei Mönche aus und gründeten das Kloster Cîteaux. Sie wollten zurückkehren zur Ordensregel des heiligen Benedikt und leben von der eigenen Hände Arbeit. Die Zisterzienser sollten zu einem der mächtigsten Verbände des Mittelalters werden. Vom späten 11. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts entstanden fast 650 Klöster – ein dichtes Netz, das sich über ganz Europa erstreckte. Die ›weißen Mönche‹ schufen die vielleicht eindrucksvollsten Sakralbauten ihrer Zeit. Handschriften aus ihren Skriptorien zählen zu den Höhepunkten mittelalterlicher Buchkunst.

Der reich bebilderte - und unwahrscheinlich preisgünstige - Katalog zur Ausstellung im LVR-LandesMuseum Bonn widmet sich dem Orden und seiner Kunst, die europaweite Vorbildfunktion hatte und bis heute fasziniert. Prachtvolle Gemälde, Skulpturen und Manuskripte aus ganz Europa sowie Architekturmodelle und Rekonstruktionen erlauben außergewöhnliche Einblicke in die mittelalterliche Klosterwelt.

Dass die Zisterzienser nicht nur bauen sondern auch malen (lassen) konnten sieht man bereits am Coverbild. Im Innenteil folgen weitere Beispiele, darunter auch Glasfenster und Buchmalerei, dazu Werke der Bildhauerei. Die feine Kunst setzt sich bis in die Siegel durch. Der Katalog beginnt gleich mit dem Grundriss eines typischen Zisterzienserklosters - wer schon mal in einem war, dem kommt manches bekannt vor. Das Kapitel „Einheit und Einfachheit“ geht dann darauf näher ein. Es folgen Beschreibungen des Lebens der Mönche - zum Beispiel lernen wir, dass innerhalb der Klöster der Genuss von Fett und Fleisch untersagt war. Ein weiteres Kapitel berichtet über die mittelalterlichen Handschriften nebst Notenblätter des Ordens. Besprochen werden die Wirtschaftsweise der Mönche, die ja recht erfolgreich waren. Bebenhausen war ja bei seiner Auflösung das reichste Kloster im Land.

Im letzten, umfangreichen Teil des Buches werden die Ausstellungsobjekte in Wort und Bild vorgestellt.

Umfängliche Quellenverzeichnisse unterstreichen den wissenschaftlichen Anspruch der Publikation, dazu gehören ein Glossar und ein weiteres, ausführliches Quellenverzeichnis am Schluss des Buches.

Ausstellung in Bonn bis Januar 2018
Vom 29. Juni 2017 bis zum 28. Januar 2018 zeigt die Ausstellung im LVR-LandesMuseum Bonn die mittelalterliche Blütezeit des Zisterzienser-Ordens. Zu den Höhepunkten zählt der beeindruckende Hochaltar des ehemaligen Zisterzienserklosters Kamp. Mehr Informationen zur Ausstellung unter: http://www.landesmuseum-bonn.lvr.de/de/ausstellungen/die_zisterzienser/die_zisterzienser.html

LVR-LandesMuseum Bonn (Hrsg.): Die Zisterzienser. Das Europa der Klöster. 368 Seiten mit 380 farbigen Abbildungen, gebunden mit Schutzumschlag. Theiss Verlag – WBG, 2017. ISBN: 978-3-8062-3492-3. 29,95 €.
Sie erhalten das Buch im Museum, im Buchhandel oder hier.

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Mittwoch, 12. Juli 2017

Urlaub mit Kindern in Baden-Württemberg: Erlebnisse mit Tieren

Tierische Ferienerlebnisse 
Urlaubsideen für Familien in Deutschlands wildem Süden



Kinder lieben Tiere. Das wissen auch die Urlaubsorte, Bauernhöfe und Ausflugsziele der „familien-ferien in Baden-Württemberg“ und sorgen für spannende Ferientage mit Vierbeinern & Co. Im Schmetterlingshaus, im Falkner-Schnupperkurs oder beim Spaziergang mit Lamas und Ziegen finden Familien während ihres Urlaubs in Baden-Württemberg vielfältige Gelegenheiten, ihren tierischen Freunden näher zu kommen.

Schon ein Spaziergang mit Hund kann für Kinder, die zuhause kein Tier haben, ein Erlebnis sein. In Begleitung von Lamas, Eseln und Ziegen wird der Ausflug zum Abenteuer. Möglich ist das in verschiedenen Ferienorten und -regionen Baden-Württembergs, die sich besonders auf die Wünsche von Eltern und Kindern eingestellt haben. Beispielsweise im Hochschwarzwald bei der geführten Tierwanderung des Eselhofs in Lenzkirch-Kappel: Die Teilnehmer lernen unterwegs, dass Lamas zu den Kamelen gehören, nur selten spucken und jedes seinen eigenen Charakter hat (www.hochschwarzwald.de). Auch in Loßburg bei Freudenstadt können Familien mit den zotteligen Vierbeinern, die in den Anden als Haustiere gehalten werden, zur Wanderung aufbrechen. Sie müssen nur festes Schuhwerk und etwas Geduld mitbringen (www.viehmann-lamas.de).

Dass Ziegen nicht nur meckern, sondern höchst aufgeweckt und neugierig sind, erleben Eltern und Kinder, die mit ihnen zu einer Tour aufbrechen. Dabei führen sie die Vierbeiner nicht an der Leine, sondern die Spaziergänger werden in die Herde integriert. Solche Wanderungen gehören zum Ferienprogramm für Urlauber in Überlingen am Bodensee und in Unterkirnach im Schwarzwald. In beiden Orten gibt es noch mehr Gelegenheit, Tieren zu begegnen. Im Haustierhof Reutemühle bei Überlingen dürfen Kinder Quessantschafe streicheln, die kleinste Schafrasse der Welt, und zahme Hörnchen füttern (www.haustierhof-reutemuehle.de). Unter den 200 verschiedenen Arten, die auf dem Hof leben, finden sich auch Exoten, wie Erdmännchen, Nasenbären, Präriehunde und Kängurus. In Unterkirnach sind sowohl die große Spielscheune als auch die Tierscheune beliebte Ziele bei jungen Gästen: Hier dürfen sie beim Füttern von Kühen, Ziegen, Kaninchen und anderen Tieren helfen – für Kinder oft die liebste Urlaubsbeschäftigung (www.ueberlingen-bodensee.de; www.unterkirnach.de).

Möglich ist dies auf vielen Bauernhöfen, die als Gastgeber zu den Preisträgern der „familien-ferien in Baden-Württemberg“ gehören. Darüber hinaus gibt es Landwirte, die auch Besucher ausdrücklich willkommen heißen, die nicht über Nacht bleiben. Dazu zählt der Schwarzwälder Schul- und Erlebnisbauernhof in Schramberg-Waldmössingen: Ihn bevölkern unter anderem Hängebauchschweine, Lamas, Gänse, Katzen, Pferde und Esel. In dem Bioland-Betrieb kommen Gäste den Tieren nah und erfahren nebenbei vieles über regionale Lebensmittel (www.erlebnis-bauernhof.de).

Sogar auf der Insel Mainau im Bodensee, die vor allem für ihre üppige Pflanzenpracht bekannt ist, gibt es einen Bauernhof. Dort leben einige Vierbeiner im Kleinformat, nämlich Zwergponys, -esel und -rinder. Der tierische Höhepunkt liegt für viele aber im Schmetterlingshaus, das eines der größten in ganz Deutschland ist: Über 120 Arten flattern dort umher, mit bis zu 30 Zentimetern Spannweite (www.mainau.de). 

Auf etwas mehr Spannweite kommen die Greifvögel, die Familien beim Schnuppertag mit dem Falkner in Löffingen im Hochschwarzwald kennenlernen können. Wenn Uhus, Steppenadler und Falken auf ihren Handschuhen landen und man sie füttern darf, ist das ein Erlebnis, von dem die Teilnehmer noch lange nach ihrem Urlaub erzählen. Der Falkner zeigt außerdem im Schwarzwaldpark Löffingen, auf dem Feldberg, am Titisee und in Hornberg regelmäßig spektakuläre Flugshows mit seinen Tieren (www.falknerei-ruchlak.de).

Einen tiefen Eindruck bei Groß und Klein hinterlässt es auch, wenn Wölfe laut durch den Wald heulen. Sie sind bei der der Fütterung der Vierbeiner im Wildparadies Tripsdrill zu hören. Allerdings sind dort nicht alle Tiere so wild: Zu den Damhirschen darf man sogar ins Gehege und sie füttern (www.tripsdrill.de). 

INFO:
Mehr über die Orte, Regionen, Gastgeber und Ausflugsziele, die das Gütesiegel „familien-ferien in Baden-Württemberg“ tragen, finden Interessierte auf der Internetseite www.familien-ferien.de. Außerdem erfahren sie dort mehr über die Kriterien, die alle Preisträger erfüllen müssen, und die von der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg TMBW gemeinsam mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) Baden-Württemberg geprüft werden.
 
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Foto: Erlebnisbauernhof Waldmössingen - © Stadt Schramberg

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Montag, 10. Juli 2017

Steile Weinlagen in Baden und Württemberg

Deutschlands steilste Weinlagen 
In Baden und Württemberg geht es beim Weinbau hoch hinaus
Verleihung der Weintourismus-Preise
Baden-Württemberg 2017



In den Weinbauregionen Badens und Württembergs liegen einige der steilsten Weinberge Deutschlands. Bei  Neigungen von bis zu 75 Grad bieten sie spektakuläre Ausblicke und prägen mit ihren Terrassen und Trockenmauern den Weinsüden. Auch für weininteressierte Reisende entstehen immer mehr Angebote, die den Steillagenweinbau mit seinen landschaftlichen und weinbaulichen Besonderheiten erlebbar machen.

Aus diesem Grund stand an diesem Montag bei der Verleihung der Weintourismus-Preise Baden-Württemberg in der Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg das Thema Steillagen im Mittelpunkt. In diesem Jahr gingen die Auszeichnungen, die von der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg (TMBW) gemeinsam mit dem Badischen Weinbauverband und dem Weinbauverband Württemberg vergeben werden, an ausgewählte Projekte, die sich für den Erhalt und die Vermittlung des Steillagenweinbaus einsetzen.

„Ohne unsere Weinberge lassen sich viele Landschaften zwischen Taubertal und Kaiserstuhl heute nicht mehr vorstellen. Seit Jahrhunderten prägt der Weinbau Landschaftsbild und Lebensgefühl. Das gilt ganz besonders dort, wo Winzer und Weingärtner ihre Reben in Steillagen bewirtschaften und mit viel Einsatz und Handarbeit diese Kulturlandschaften pflegen und erhalten“, sagte in Heilbronn der auch für den Tourismus zuständige Minister der Justiz und für Europa Guido Wolf. Den topographischen Besonderheiten im Süden sei es zu verdanken, dass schon im Mittelalter die Steilhänge für den Weinbau genutzt wurden. Diese alte Tradition werde bis heute fortgeführt. „Darüber hinaus engagieren sich viele Akteure im Weinbau inzwischen auch in der Vermittlung und entwickeln eigene touristische Angebote in ihren Steillagen. Diesen Projekten gelingt es, besondere Weinerlebnisse zu schaffen und gleichzeitig Urlauber und Einheimische für das Thema zu sensibilisieren. Mit den Weintourismus-Preisen Baden-Württemberg möchten wir dieses Engagement würdigen“, so Wolf weiter.

Wie steil es im Weinbau zugehen kann, verdeutlichte Kilian Schneider, Präsident des Badischen Weinbauverbands, am Beispiel des Engelsfelsens in Bühlertal: „An den Hängen des Nordschwarzwaldes wachsen hier Reben in extremer Steillage. Mit einer Neigung von 75 Grad gilt der Engelsfelsen sogar als steilste Weinlage in Europa. Bei einer Wanderung über den Rebhang lässt sich gut nachvollziehen, welche Herausforderungen die Lage mit sich bringt.“

Auch in Württemberg streben viele Weinberge steil nach oben: „Ob im Remstal, am Neckar oder an der Enz – vor allem in unseren Flusstälern reiht sich eine bekannte Steillage an die andere. Wer zum Beispiel mit dem Fahrrad am Neckar entlang fährt, kann sich dieser ganz besonderen Weinlandschaft kaum entziehen. Vom Cannstatter ‚Zuckerle‘ bis zu den Hessigheimer Felsengärten gibt es hier auf engstem Raum eine Vielzahl an Weinbergterrassen mit Millionen von verbauten Sandsteinen. Eine unvergleichliche Kulturlandschaft – quasi die Württemberger Variante der Chinesischen Mauer“, schwärmt Hermann Hohl, Präsident des Weinbauverbands Württemberg.

Dass Steillagen nicht nur landschaftsprägend sind, sondern auch besonders qualitätvolle Weine hervorbringen, stellten die beiden Weinköniginnen aus Baden und Württemberg unter Beweis. Franziska Aatz (Baden) und Andrea Ritz (Württemberg) verkosteten Steillagenweine aus dem jeweils anderen Weinbaugebiet und vermittelten dabei einen Eindruck von der Vielfalt der Steillagen im Weinsüden.

Gewinner des Weintourismus-Preises Baden-Württemberg 2017
Auf die ständig wachsende Bedeutung des Weinbaus für das Urlaubsland Baden-Württemberg verwies im Anschluss auch TMBW-Geschäftsführer Andreas Braun: „Gemeinsam mit den Verantwortlichen in Baden und Württemberg haben wir in den letzten Jahren viele Ideen und Konzepte auf den Weg gebracht, um den Weintourismus im Land zu fördern und weiterzuentwickeln. Eines davon ist der Weintourismus-Preis, der bereits seit 2012 jedes Jahr vergeben wird und in diesem Jahr besondere Steillagenprojekte würdigt.“ Braun lobte die Preisträger in seiner Laudatio als nachahmenswerte Beispiele, die das Thema Steillagenweinbau auf vorbildhafte Weise für den Tourismus aufarbeiten und damit das touristische Angebot im Land insgesamt bereichern.

Mit einem der Preise wurden der „Esslinger Weinerlebnisweg“ und der „Esslinger Weinwandertag“ ausgezeichnet, die auf Initiativen der Weingärtner Esslingen und des Staffelsteiger-Vereins zurückgehen. Der Weinerlebnisweg führt seine Besucher seit 2016 durch die einmalige Kulturlandschaft und die ortsbildprägenden Steillagen der Stadt. Er bietet nicht nur atemberaubende Ausblicke auf die mittelalterliche Altstadt, sondern informiert an 20 Stationen über die Geschichte der Terrassenweinberge und über die Arbeit im Weinberg. Ein jährlicher Höhepunkt ist der Esslinger Weinwandertag, der sich in mehr als drei Jahrzehnten zu einem Publikumsmagneten entwickelt hat und das Thema Steillagen einer breiten Öffentlichkeit bekannt macht. Besonders begeistert war die Jury außerdem von speziellen Angeboten für Familien, die ganzjährig genutzt werden können. www.weingaertner-esslingen.de; http://staffelsteiger-verein.de

Ein weiterer Preis ging an den kulinarischen Spaziergang „Biodiversität im Satzenberg“, den das Weingut Alte Grafschaft in Kreuzwertheim eigens für Gruppen entwickelt hat. Unter fachkundiger Anleitung wandern die Teilnehmer der Tour über die steilen Treppen und Terrassen des Satzenbergs im badischen Taubertal. An verschiedenen Stationen erfahren sie dort mehr über die Arbeitsschritte im von Hand bewirtschafteten Weinberg sowie über Aspekte der Nachhaltigkeit und Biodiversität. Mitten im Weinberg können alle dort angebauten Sekte und Weine verkostet werden; und am Ende der Tour warten im Weinberghäuschen ausgewählte Grillspezialitäten. Die Jury war von der Verbindung aus Weingenuss und anspruchsvollen Hintergrundinformationen überzeugt und lobte das persönliche Engagement des Weinguts für Erhaltung und Förderung der Steillagen.

Neben den beiden Preisen wurde in Heilbronn auch ein Anerkennungspreis an die Umweltakademie Baden-Württemberg für ihr Projekt „Lebendiger Weinberg“ verliehen. Seit mehr als 20 Jahren setzt sich die Umweltakademie dafür ein, den Weinbau umweltverträglich zu gestalten. Zu den vielerlei Aktivitäten des Projekts gehören etwa die Pflanzung verschiedener vom Aussterben bedrohter Arten in privaten und öffentlichen Weinbergen, außerdem Seminare und Kurse sowie eine umfangreiche Informationsarbeit. Mit ihren vielfältigen Initiativen leiste die Umweltakademie einen unschätzbaren Beitrag zum Erhalt der touristisch attraktiven und landschaftsprägenden Steillagen in Baden-Württemberg, so Braun abschließend.

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Foto: © Weingärtner Esslingen_Margit Rapp

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