Samstag, 7. Dezember 2019

Buchbesprechung: CHRISTIANE MÖSCHLE / KATJA SIEVERS: FRAUENPERSPEKTIVEN IN KARLSRUHE

CHRISTIANE MÖSCHLE / 
KATJA SIEVERS: FRAUENPERSPEKTIVEN IN KARLSRUHE



Man frage mich nicht warum, es ist sicher auch nicht gendergerecht, aber beim ersten In-die-Hand-nehmen dieses fein gemachten Buches drängt sich der Eindruck auf, es ist ein „Frauenbuch“.

Weniger vom Inhalt her, aber das ganze Layout, die ganze Machart des Buches könnte nie von einem Mann gekommen sein. Schön also, dass auch das Thema „Frauenperspektiven“ dazu passt.

Es ist das erste Buch einer entstehenden Reihe, die sich mit „Frauenperspektiven“ in anderen Städten befassen wird. Man darf gespannt sein.

Aber was hat dieses Erstlingswerk zu bieten, was ist der Inhalt?
Eine Quelle im Wald, eine Schlossterrasse im Dornröschenschlaf, ein Café oder ein Restaurant, das eigene Atelier, ein Museum und viele Orte mehr: 24 Frauen aus dem kulturellen Leben Karlsruhes stellen uns auf persönliche, oft poetische Weise einen Ort in der Stadt vor, der für sie von besonderer Bedeutung ist.

Das ist ein Ansatz, der Interessantes verspricht. Man ist ja immer Voyeur, und jeder interessiert sich dafür, was der sprich die andere interessiert. Man kann ja immer lernen, man kann immer Neues entdecken. Und ich denke, auch ein Karlsruher wird seine Stadt danach aus einer ganz anderen Warte sehen, wird viel über sie erfahren haben. Wie sagt die Verlagsankündigung so schön? – „Entdecken Sie Karlsruhe aus einer neuen Perspektive, erfahren Sie Interessantes aus der Geschichte der Stadt und lernen Sie Frauen aus Kunst und Kultur kennen.“

Nach einem längeren Vorwort und einem noch längeren Prolog, beide stimmen einfühlsam auf das Thema ein, beginnen die Beschreibungen der Lieblings- oder sonst wie bedeutenden Plätze der 24 Karlsruherinnen.

Karlsruhe – aus einer anderen Perspektive
So werden die Leser/innen nicht nur ins grandiose Karlsruher Schloss geführt, nein, ganz konkret in den Westflügel. In die bedeutende Badische Landesbibliothek, in die leidgeprüfte Staatliche Majolika Karlsruhe, den Botanischen Garten, in ein portugiesisches Lokal, in ein besonderes Schwimmbad, an den Rhein und an den Altrhein, zwei Flusslandschaften, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und letztendlich von den beiden Macherinnen des Buches in ein Kino.

Zart fast, feinfühlig und einfühlsam, wunderbar passend zum zartfarbenen Erscheinungsbild des Buches, hat Christiane Möschle auch die Texte geschrieben und die Interviews mit den beteiligten Frauen ausformuliert. Da ist nichts Dramatisches, nichts mit Ecken und Kanten, die Text fließen so elegant dahin, dass man immer weiter und weiter liest und auf einmal staunt, weil man schon fast am Ende angelangt ist. So müssen Bücher sein, zumindest in meinen Augen, die auch so gar keinen Sinn für das Reißerische und die Spannung zum Beispiel eines Krimis haben ... 

Katja Sievers hat es verstanden, dem feinfühligen Text angepasste Fotos zu schaffen. Ruhig, einfühlsam, die beschriebenen Personen zwar oft in Aktion, aber immer passend zum ruhigen Inhalt gut getroffen.

„Frauenperspektiven in Karlsruhe“ ist das erste Buch der Reihe „Frauenpersektiven“. Als nächste Städte folgen: Köln, Stuttgart, Biel/Bienne, Basel, Freiburg, Hamburg, Temeswar, Nürnberg und weitere

Zur Autorin und zur Fotografin:
Christiane Möschle, geboren 1967, lebt in Karlsruhe und in der Pfalz. Sie studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Soziologie und Psycholinguistik mit Abschluss Magister Artium. 2017 gründete sie den Panima Verlag und ist als Schriftstellerin, Fotokünstlerin und Verlegerin tätig. Im September 2018 erschien ihr erstes Buch „Der Duft Kalabriens“ im Panima Verlag.
Katja Sievers, geboren 1973, lebt in Karlsruhe und entdeckte schon früh ihre Leidenschaft zur Fotografie, welche sie im Lauf der Jahre in die Selbständigkeit führte. Der Fokus ihrer Fotografie liegt darin, die Authentizität und Emotionen der Menschen hervorzubringen und zu porträtieren. 2019 fand ihre erste Vernissage mit ihren Parisfotografien in der Karlsruher Weststadt statt.

CHRISTIANE MÖSCHLE | KATJA SIEVERS: FRAUENPERSPEKTIVEN IN KARLSRUHE. 336 Seiten mit 208 farbigen Fotografien von Christiane Möschle und Katja Sievers. Leineneinband mit Schutzumschlag, Format 16,5 x 21,5 cm. Pamina Verlag, Karlsruhe, 1. Auflage 2019. ISBN 978-3-9820126-1-2. € 30,00.
Erhältlich im Buchhandel, bei ROMY RIES Conceptstore, Yorckstraße 41, 76185 Karlsruhe, im Museumsshop des Badischen Landesmuseum im Karlsruher Schloss, in der Tasca do José, Waldstraße 50, 76133 Karlsruhe oder hier.

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Donnerstag, 5. Dezember 2019

Spielerisch durch den Winter: Die neue Alblust ist da!

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Wintermagazin: 
Die neue 
„Alblust – 
Das Schwäbische Alb Magazin“
ist da

 

Winterzeit ist Spielezeit. Wie schön wenn die Familie oder ein Freundeskreis an den frühen, dunklen Abenden um den Tisch sitzt und spielt. Oder jemand alleine für sich die Zeit spielerisch gestaltet.

Deshalb hat „Alblust – Das Schwäbische Alb Magazin“ seine diesjährige Winterausgabe dem Spiel gewidmet. Und was da alles dabei herausgekommen ist! Kegler, Klötzlebauer, Spieleerfinder: In der Winterausgabe zeigt sich unsere Schwäbische Alb von ihrer spielerischen Seite.

Über das Bauen mit Legos, …
Kaum zu glauben, wen die Redaktion da alles aufgetan hat: Die Ulmer Klötzlebauer erschaffen neue Welten: In ihrer Freizeit verbauen sie Millionen Legosteinen. Ob Autos, Schiffe oder Gebäude: Jeder hat sein Spezialgebiet. Am Stammtisch planen die AFOLs, die Adult Fans of Lego, gemeinsame Projekte, wie die Ausstellung „Faszination Lego“, die Tausende Besucher anlockt.

… das Erfinden von Spielen …
Zum Themenschwerpunkt gehört auch der Spielerfinder Günter Burkhardt. Knapp hundert seiner Ideen wurden bereits veröffentlicht und gemeinsam mit seiner Tochter hat er „Funkelschatz“, das „Spiel des Jahres 2018“ entwickelt. „Siedler von Catan“ war ebenfalls ein „Spiel des Jahres“, die Figuren dazu stellt Columbus in Krauchenwies her. Dabei ist der Verlag vor allem für seine handgearbeiteten Globen bekannt.

… bis hin zum Kegeln
Gespielt wird auch heute noch auf der historischen Kegelbahn in Tübingen: Schon zu Eduard Mörikes Zeiten rollten dort die Kugeln. Außerdem stellt die Ausgabe Spielzeugmuseen vor.

Zapfenknacken, Krippen und Weihnachtsgebäck – Winter kann so schön sein
Das Titelfoto zeigt Christian Schlegel aus Albstadt-Laufen: Er betreibt eine Samenklenge, in der noch wie vor hundert Jahren gearbeitet wird. Wenn dort die Tannenzapfen aufspringen, ist das Musik in seinen Ohren. Besondere Töne gibt es auch im Truppen-Tonfilm-Theater im Alten Lager bei Münsingen zu hören. Nach Jahrzehnten wurde es zu neuem Leben erweckt – und zeigt Klassiker und Stummfilme mit Klavierbegleitung.

Weihnachtlich wird’s in Oberstadion: Viele kennen das Krippenmuseum, doch in Oberstadion lebte auch Christoph von Schmid, der der Nachwelt den Liedtext „Ihr Kinderlein, kommet“ hinterlassen hat. Weihnachtliches Gebäck gibt’s bei „Annas Springerle“ im Albgut in Münsingen: Die Inhaberin backt die traditionsreichen Springerle und bietet auch Model mit vielen verschiedenen Motiven an.

Ostalb: Schneewandern und eine Olympiasiegerin
Wenn es die Menschen raus in den Schnee zieht, waren Wolfgang Meißburger und Wolfgang Keinath oft vor ihnen da: Die beiden präparieren in Albstadt die Winterwanderwege, Loipen und Pisten. Diesen Service gibt’s im Roggen- und Magental bei Geislingen nicht: Wenn Schnee liegt, müssen sich die Wanderer durch den Weg raufen, werden aber am Ende mit Kuchen am Kachelofen belohnt. 

Auch der Eisvogel liebt es im Gegensatz zu seinem Namen warm: Obwohl die Kälte zu seinen Todfeinden gehört, harrt der geschickte Jäger im Winter hier aus. Kalt war es hingegen gar nicht, als die Olympiasiegerin Carina Vogt beim Sommerferienprogramm des SC Degenfeld 1998 ihren ersten Sprung von der Schanze gemacht hat.

Kunst von der Alb und Schmuck fürs 
Museum of Modern Art
Ein Mensch mit einer außergewöhnlichen Geschichte ist der Designer Georg Spreng aus Wißgoldingen: Er hat Computer für Apple entworfen, in der Wildnis Kanadas gelebt und seinen Schmuck im Museum of Modern Art in New York gezeigt. In bunte Welten entführt Andreas Felger: Der Künstler aus Mössingen, der bald seinen 85. Geburtstag feiert, ist bekannt für seine Bilder von Engeln, Landschaften und Blumen.

Winter auf der Alb lukullisch
Viele sind nun am Plätzchenbacken: Gut möglich, dass sie dabei Zutaten des Ulmer Unternehmens Seeberger verwenden, das Nüsse, Früchte und Kaffee aus über 40 Ländern verarbeitet. In historischen Mauern liegt das Gasthaus „Stubersheimer Hof“: Familie Laib hat das jahrhundertealte Anwesen gerettet und saniert. In der Serie „Tipps von Landfrauen“ erklärt Katharina Haller, wie man Essig mit Kräutern und Wildfrüchten ansetzt.

Leser erfahren in der Winterausgabe, was es mit dem Ortsnamen Pflaumloch auf sich hat, und finden wie immer Tipps und Termine für Veranstaltungen und Weihnachtsmärkte.

Und wie immer: Alblust ist gespickt voll mit herrlichen Fotos, sodass man sich sofort  auf die Reise machen möchte - Ausstellungen, Wandern, Natur, Besichtigen - all das lockt wieder mal auf die Schwäbische Alb.

Alblust – Das Schwäbische Alb Magazin. Ausgabe 4/2019. 144 Seiten, Herausgeber: GEA Publishing und Media Services GmbH & Co. Kg. Das Magazin ist im Zeitschriftenhandel in Baden-Württemberg und bundesweit im Bahnhofsbuchhandel erhältlich. Abo: 07121/302-555, vertrieb@alblust.de. Preis 4,80 Euro.

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Dieter Buck
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Dienstag, 3. Dezember 2019

Gin aus Baden-Württemberg

Unbezahlte Werbung
Von Trüffeln und Zirkusartisten


Limitiert auf 711 Flaschen: "GinSTR" aus Stuttgart; 
Bildnachweis: Stuttgart Distillers GmbH

In kaum einer anderen Region wird die Gin-Brennerei momentan so exzessiv betrieben wie in Deutschlands Süden. Kein Wunder, schließlich ist die Kunst des Brennens und Destillierens hier schon lange etabliert. Fast die Hälfte der rund 28.000 deutschen Eigenbrennereien hat ihren Sitz in Baden-Württemberg.

Zu Schnaps und Edelbränden gesellt sich heute immer öfter der Gin. Den Anfang machte 2010 das Gin-Märchen um den berühmten „Monkey 47“, der mittlerweile auf der ganzen Welt bekannt ist. Inzwischen gibt es ein breites Angebot außergewöhnlicher Gins, die durch ihre Aromen, die Art der Herstellung oder ihr Design herausstechen. Wer bei dieser Vielfalt den Überblick verloren hat, findet hier eine kleine Auswahl.

Trüffel aus dem Schwarzwald
Früher war er weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt, geriet dann aber in Vergessenheit: Die Rede ist vom Schwarzwälder Burgundertrüffel. Auf der Suche nach einer unverwechselbaren Note für ihr Destillat stießen die Macher des „Boar Gin“ auf dieses Relikt aus alten Tagen. Heute beziehen sie ihn von Trüffelplantagen aus dem Schwarzwald und geben ihrem Gin, der mit Schwarzwälder Tiefenquellwasser gebrannt wird, damit das charakteristische Aroma. Zahlreiche Jurys haben den Gin mit dem mächtigen Keiler auf dem Etikett schon für seine Einzigartigkeit ausgezeichnet und geben seinen Erfindern damit recht: Exotisch ist nicht immer besser.
www.boargin.de

Lichter an und Manege frei!
Mitreißende Musik in den Ohren, der Duft von Popcorn und Sägespänen in der Luft und auf den Armen eine Gänsehaut vor Aufregung – die Zirkuswelt ist eine ganz besondere. Ihre Magie knistert auch in der Optik des „Applaus Gin“ aus dem Herzen Stuttgarts. Mit dem auffälligen Etikett im Stil der Zwanzigerjahre, dem Zirkuszelt als Logo und dem einer Eintrittskarte nachempfundenen Billett am Flaschenhals verzaubert er Gin-Liebhaber auf der ganzen Welt. Aber auch der besondere Geschmack nach Zimt und Rosmarin überzeugt.
www.applausgin.com

Der Beste der Welt
Neben Fernsehturm, Maultaschen und Wasen steht für Stuttgart die Vorwahl 0711. Daher werden pro Abfüllung des Stuttgarter Gins „GinSTR“, der schon mehrfach zum Weltbesten gekürt wurde, nur exakt 711 Flaschen produziert. Auch die Herstellung selbst, die in Handarbeit und in der hauseigenen Brennerei erfolgt, steht ganz im Zeichen Stuttgarts. So werden bei der Produktion ausschließlich heimische Zutaten von Stuttgarter Erzeugern verwendet. Nicht zuletzt beim Wasser, das aus den Mineralquellen in Bad Cannstatt stammt.
www.stuttgartdrygin.com

Eine Schnapsidee als Hommage
Das Heidelberger Schloss ist legendär und vermutlich eine der bekanntesten Ruinen Deutschlands. Von der Altstadt zum Schloss sind es exakt 315 Stufen. Aus einer Projektidee an der Heidelberger Hotelfachschule entstand so der „315 Upstairs Gin“, der die Liebe zur Stadt auf seine ganz besondere Art ausdrückt. Dass die Macher Wortspiele mögen, zeigt sich auch in den Hauptzutaten: Ihr Heidelberg-Gin besteht nämlich aus Heidelbeere und Bergamotte. Außerdem: Seit kurzem produzieren sie auch den „144 Square Gin“, der speziell für die Quadratestadt Mannheim entwickelt wurde.

Unikate aus Omas Garten
Nicht sein wie alle anderen, das haben sich die Erzeuger des „Ox & Studs Gin“ aus Sindelfingen bei Stuttgart gedacht. Ihre Zutaten, darunter Pomelo, Lavendel und Süßholz, beziehen sie von regionalen Partnern oder aus Omas Garten. Der Name leitet sich ab von den Oxford-Schuhen und den dazu passenden Manschettenknöpfen (Studs) – unverkennbar ein Gin mit Eleganz und Stil. Von der Destillation bis zur Etikettierung passiert bei Ox & Studs noch alles in Handarbeit, und durch die handschriftlich ergänzte „Batch Number“ ist jede Flasche ein Unikat.
www.oxandstuds.de
  
Einer wie keiner
Die Streuobstwiesen sind nicht nur prägend für das Landschaftsbild der Schwäbischen Alb, sondern auch Herzstück der Arbeit von Jörg Geiger. In seiner Heimat Schlat hat er eine einzigartige Manufaktur aufgebaut, die aus schwäbischem Streuobst Weine, Cider und Destillate herstellt. Damit hat er sich längst einen Namen gemacht und schützt ganz nebenbei noch die heimische Natur. Zum Sortiment gehört auch ein Gin, der sich von anderen grundlegend unterscheidet: Als Basis kommt kein neutraler Alkohol zum Einsatz, sondern vierfach destillierter Apfelbrandy, komplettiert durch 78 heimische Botanicals. Der Name des Destillats sagt alles: „Don’t Call Me Gin“.
www.manufaktur-joerg-geiger.de

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Dieter Buck
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